Aufbau eines Wasserversorgungssystems in einer von Arsen betroffenen Region

Der Brunnenbau und die Wasserdistribution in verschiedenen Varianten sind wichtige Schwerpunkte der von der Clean Water Stiftung finanzierten Aktivitäten. Sie die Grundvoraussetzung für eine nachhaltig bessere Lebensqualität. Mit der Gründung einer Wassergenossenschaft soll sichergestellt werden, dass die Dorfgemeinschaft das neue Wasserverteilungssystem lange nutzen kann.

Clean Water in Nicaragua

San Pedro Nuevo ist eine kleine Gemeinde in einer geothermisch aktiven Region in der Nähe des Maribios Vulkan-Gebirges in Nicaragua. Das geothermische Feld produziert auf natürliche Weise salzhaltige Flüssigkeiten, die eine sehr hohe Arsen-Konzentration aufweisen. Diese Flüssigkeiten vermischen sich mit dem Grundwasser und beeinträchtigen somit auch das Trinkwasser der Gemeinden in diesem Gebiet. Arsen ist ein wesentlicher Trinkwasser-Schadstoff: Trinkt man über eine lange Zeitspanne Wasser mit einem hohen Arsen-Gehalt, führt dies zu einer Arsenvergiftung. Die Folgen können schwerwiegende Krankheiten wie Hautkrebs, Krebs an Blase, Niere und Lunge oder Erkrankung der Blutgefässe in Beinen und Füssen sein. 

Die Arsen-Konzentration in San Pedro Nuevo überstieg den Grenzwert der Weltgesundheitsorganisation (10µg/l) bis um das Zweifache. Hinzu kam das Problem, dass der einzige Zugang zu Trinkwasser aus offenen, von Hand gegrabenen Brunnen bestand. Dadurch wurde das Risiko von Krankheiten, die durch verunreinigtes Trinkwasser verursacht werden, zusätzlich gesteigert. Zudem waren die Brunnen sehr tief, sodass das Heraufbefördern des Wassers sehr aufwändig war. 

In Zusammenarbeit mit Nuevas Esperanzas hat die Clean Water Stiftung den Aufbau einer lokalen Quelle von sauberem Trinkwasser für die Gemeinde von San Pedro Nuevo ermöglicht. Dazu gehören auch eine Pumpstation sowie ein Speichertank. Die 123 Bewohner von San Pedro Nuevo erleben dadurch eine signifikante Steigerung der Lebensqualität. Für den nachhaltigen und langzeitigen Unterhalt des Wassersystems wurde zudem eine Wassergenossenschaft bestehend aus Einheimischen aufgestellt. Im März 2017, nachdem drei Monate lang gebohrt wurde, konnte der Brunnen mit einer Tiefe von 130m und einer Wassersäule von 25m erfolgreich fertiggestellt werden. Tests der Wasserqualität haben gezeigt, dass das Trinkwasser komplett arsenfrei ist. 

Nuevas Esperanzas wird die technische Betreuung des Projektes weiterführen, bis das System voll operationstüchtig ist sowie die Mitglieder der Wassergenossenschaft weiter schulen.