1877 nahm Georg Fischer II mit der Herstellung von Stahlformguss
einen weiteren neuen Produktionszweig auf. Im Juli 1881 zeigte er
seiner Kundschaft an, „dass ich in Folge erneuerter Erweiterung
und Verbesserung meiner Einrichtungen in den Stand gesetzt bin,
Stahlgussstücke von einfacher Form und einigem Gewichte zu
herabgesetzten Preisen zu liefern“. Georg Fischer II brachte
damit die Verfahren zur Anwendung, die J.C. Fischer entwickelt, aber
nicht kommerziell genutzt hatte. Die konjunkturelle Entwicklung in der
Region Schaffhausen verlief allerdings schleppend. Ein markanter
Aufschwung erfolgte erst nach dem Deutsch-Französischen Krieg
von 1870/1871, nach dem eine eigentliche Gründerwelle
einsetzte. Diese Entwicklung kommt auch in den
Beschäftigtenzahlen der reorganisierten Fischer-Werke zum
Ausdruck: Während sie 1863 bis 1868 zwischen 30 und 42
stagnierten, stiegen sie von 1871 bis 1873 von 67 auf 210. „Haus
um Haus erstand, Werk an Werk, Magazine, Essen, Arbeiterwohnungen, so
dass heute das Establishment zu einem kleinen Dorf geworden“,
beschrieb der Nachruf auf Fischer den Ausbau der Werke. Was in andern
industrialisierten Regionen Europas schon längst ein vertrautes
Bild war, entwickelte sich nun auch im Mühlental. Doch
konjunkturell war die zweite Hälfte des Wirkens von Georg
Fischer II von der grossen Depression überschattet. Nach dem
kontinuierlichen Ausbau war der Einbruch massiv: 1877
zählten die Werke mit 104 Arbeitern und Angestellten nur noch
halb so viele Beschäftigte wie vier Jahre zuvor. Den
beschäftigungsmässigen Höchststand von 1873 – in
diesem Jahr löste der Wiener Börsenkrach die Krise
aus – konnte Georg Fischer II bis zu seinem Tode nicht mehr erreichen.
Neben seiner Beschäftigung im Unternehmen war Georg Fischer II
Mitgründer der Schaffhauser Handelsbank und der Bindfadenfabrik
Flurlingen (bei Schaffhausen) und ausserdem war er bei der Spinnerei
Luisenthal (Thüringen) beteiligt.