Annual Report 2014

Swipe here for further topics

Verantwortung und Engagement

Seit 1997 erfasst und bewertet GF die Umweltkennzahlen. Das weltweite Berichtssystem wurde 2005 um Sozial­kennzahlen erweitert und zum Sustainability Information System (SIS) ausgebaut. Verschiedene Leitbilder, beispielsweise der Verhaltenskodex, unterstützen die Verankerung und Umsetzung in den 31 Ländern, in denen GF aktiv ist.

Zielsetzung //

Die heute gültigen Nachhaltigkeitsziele wurden von der Konzernleitung festgelegt und umfassen einen Zeitraum von fünf Jahren (2010-2015). Die Ziele für die nächste Periode bis 2020 werden vom Management im Laufe des Jahres 2015 erarbeitet. Aus diesen quantifizierten und konzernübergreifenden Vorgaben leiten die Divisionen und Konzerngesellschaften ihre operativen Umwelt­ und Sozialziele ab. Die Einhaltung der Ziele wird mit Hilfe eines konzernweiten Reportingsystems überwacht. Zu den Umweltzielen zählen beispielsweise die Reduktion der CO2-Emissionen und die Verbesserung der Energieeffizienz. Die sozialen Ziele enthalten u.a. verringerte Unfall­ und Absenzenraten und die Förderung der Mitarbeitenden durch zeitgemässe Trainingsprogramme. In den allgemeinen Nachhaltigkeitszielen ist die Verankerung der Nachhaltigkeits­aspekte in der Zusammenarbeit mit den Lieferanten (Lieferantenkodex) festgelegt. Im Juni 2014 publizierte GF seinen ausführlichen Nachhaltigkeitsbericht. Die Berichterstattung folgt den Richtlinien der GRI (Global Reporting Initiative).

Sparkles

Soziale Ziele

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz //

In allen Produktionsgesellschaften werden Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz als Teil des Managementsystems integriert und dieses nach OHSAS 18001 (Occupational Health and Safety Assessment Series) zertifiziert. Eines der Nachhaltigkeitsziele, das die Konzernleitung definiert hat, ist die Reduktion der Unfallrate um 15% bis 2015. Auf Konzernebene konzentriert sich eine Arbeitsgruppe auf umfassende Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz für alle GF Standorte weltweit. Obwohl es im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz eine Abnahme der Unfälle gab, ereignete sich 2014 traurigerweise ein Todesfall. Dieser Unfall wurde genau untersucht und Massnahmen wurden eingeleitet, um die Sicherheit im gesamten Unternehmen zu maximieren. Jeder Todesfall ist einer zu viel und wird nicht akzeptiert.

Auf Unternehmensebene konzentriert sich eine Arbeitsgruppe auf umfassende Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz für alle GF Standorte weltweit.

Ausbildung //

Die Lehrlingsausbildung hat eine lange Tradition bei GF und sichert dem Unternehmen eine qualifi­zierte Belegschaft. Das Ausbildungsspektrum ist weit und umfasst verschiedene technische und kaufmännische Berufe. 2014 hat GF insgesamt 506 Ausbildungsplätze in Berufen technischer und kaufmännischer Richtung angeboten, davon 209 in der Schweiz.

Nachwuchsentwicklung //

Diplomarbeiten und Praktika zählen bei GF zu bewährten Einstiegsmöglichkeiten. Ausserdem führt GF mit zahlreichen Universitäten in den wichtigsten Märkten gemeinsame Forschungs­- und Entwicklungsprojekte durch.

Mitarbeitende

Führungskräfteentwicklung //

Rund 50% aller offenen Positionen im Senior Management konnten 2014 bei GF mit internen Kandidaten besetzt werden. Das ist das Ergebnis des bereits seit Jahren sehr gut etablierten Management­-Development-Prozesses. Die drei Divisionen bieten zusätzlich zu den Fach­ und Führungsqualifizierungen operativ ausgerichtete Trainingsprogramme an. Die GF Academy leistet dabei zur effizienten Organisation der Trainings einen wesentlichen Beitrag, indem sie Entwicklungs­programme entwirft und durchführt. Darüber hinaus absolvierten im Berichtsjahr rund 200 Führungskräfte unterschiedlicher Nationalitäten aus allen Bereichen des Konzerns intensive Trainingstage im Aus­- und Weiter­bildungszentrum Klostergut Paradies. Dazu zählten beispielsweise das Industrial Business Training (IBT), das Financial Management Training (FMT), das People Management Training (PMT) sowie das Corporate Management Training (CMT).

Auf der Grundlage der Programme von Franklin Covey setzte das Unternehmen zudem eine konzernweite Ini­tiative zu Führungsfragen und Zusammenarbeit um. Diese Trainingskurse richten sich an Führungskräfte und Mitarbeitende aus allen Divisionen. Die drei Divisionen führen auch  eigene Trainingsprogramme durch. Diese zielen speziell auf die operativen Tätigkeiten der jeweiligen Bereiche. In der Volksrepublik China sind qualifizierte Kräfte besonders stark nachgefragt. Da der Arbeitsmarkt dort hart umkämpft ist, fokussiert sich die GF Academy besonders auf die Entwicklung von Führungskräften. Seit 2007 bietet sie in China entsprechende Management­ und Führungstrainings an.

Löhne und Sozialleistungen //

2014 hat GF eine Nettowertschöpfung von CHF 1,22 Mia. erarbeitet. Etwa 81% dieser Summe wurde in Form von Gehältern an die Mitarbeitenden ausbezahlt. GF bezahlt seine Mitarbeitenden mit einem modernen und transparenten Lohnsystem gerecht und ohne Diskriminierung. Das Gehaltsniveau orientiert sich an den jeweils relevanten Salärmärkten, wobei das individuelle Salär den Stellenanforderungen, der Leistung und dem wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens entspricht. Wo es sinnvoll ist, setzt GF erfolgsabhängige, variable Komponenten ein und lässt die Mitarbeiten­den am Unternehmenserfolg teilhaben. Herausragende Leistungen von Einzelnen und von Teams werden anerkannt und honoriert. Darüber hinaus bietet GF die landes-­ und branchenüblichen Sozialleistungen an.

Verteilung der Nettowertschöpfung

Information //

Nachhaltigkeitsrelevante Themen sind regelmässiger Bestandteil des Mitarbeitermagazins Globe, das in sechs Sprachen erscheint. Auf diese Weise ist sicher­gestellt, dass Informationen zu Nachhaltigkeitstrends in der Gesellschaft und entsprechende Aktivitäten bei GF den Mitarbeitenden ausführlich kommuniziert werden.

Darüber hinaus geben die grösseren Standorte auch eigene Publikationen heraus, die regelmässig an die Mitarbeitenden abgegeben werden. Seit 2013 ist GF auf sozialen Netzwerken vertreten, um weltweit mit dem Online-­Publikum zu kommunizieren. Verschiedene Beiträge geben Einblick in die Welt von GF und die Nachhaltigkeitsaktivitäten des Konzerns.

Austausch von Best Practice zur Stärkung des Nachhaltigkeitsmanagements //

Rund 150 Geschäftsführer rückten im vergangenen Jahr wesentliche strategische und operative Fragen in den Mittelpunkt von Fachtagungen. Das Senior Management trifft sich dazu jährlich auf der zweitägigen Konzernkonferenz sowie bei regionalen Geschäftsführertagungen. Strategie und Finanzmanagement kommen dabei genauso zur Sprache wie auch spezifische Themen des HR­-Managements. Ein divisionsübergreifender Austausch steht im Mittelpunkt der zweitägigen Nachhaltigkeitskonferenz, die bisher jährlich in Europa sowie alle zwei Jahre in China und den USA durchgeführt wurde. 2014 fand diese Konferenz in Schaffhausen (Schweiz) und in Easton (USA) statt. Ganz oben auf der Agenda standen aktuelle Nachhaltigkeitsthemen des Konzerns und der Divisionen – hier besonders aus den Bereichen Arbeitssicherheit, Umwelt und Energie. Personalmanager, Arbeitssicherheits­- und Gesundheitsschutzfachleute, Energieexperten und Umweltmanager nahmen an der Konferenz teil.

Umweltziele

Energie //

Zu den Herausforderungen der Zukunft zählen der Klimawandel, die Endlichkeit fossiler Energieträger und ein stark steigender Energiebedarf. 2013 verursachte GF rund 713 000 Tonnen CO2-Emissionen; davon entfielen 250 000 Tonnen auf fossile Brennstoffe und 455 000 Tonnen auf Strom. Etwa 8 000 Tonnen verursachten die geschäftlich bedingten Autofahrten und Flüge. Die Resultate für das Jahr 2014 werden im Nachhaltigkeitsbericht 2014 veröffentlicht.

Energieeffizienz //

Energie wird in den kommenden Jahrzehnten zu den wichtigsten und immer knapper werdenden Gütern zählen. Der Verbrauch steigt insbesondere in den Emerging Markets laufend an. GF hat sich zum Ziel gesetzt, die Energieeffizienz in der Produktion in jeder Division um 10% zu steigern. Sämtliche Divisionen von GF entwickeln innovative Lösungen, z.B. strömungseffiziente Membranventile, leichte Komponenten für Fahrzeuge oder energieeffiziente Maschinen. Darüber hinaus tragen alle Divisionen mit ihren Produkten und Lösungen dazu bei, die Energieeffizienz zu erhöhen und den Verbrauch zu senken. So kann mit strömungsoptimierten Ventilen die Pumpleistung einer Anlage verringert werden. Ein anderes Beispiel: Energieeffiziente Generatoren in Bearbeitungsmaschinen verringern den Stromverbrauch. Eine weitere Reduktion des Energieverbrauchs wird durch eine intelligente Maschinensoftware erreicht, indem diese den Stromverbrauch von Maschinen während der Betriebszeit und des Ruhezustands optimiert.

Ressourceneffiziente Innovation //

Neben der Energie werden auch andere wichtige Rohstoffe knapp und verteuern sich. Die Preise für wichtige Produktionsmittel sind in den letzten Jahren gestiegen. Aufgrund dessen wurden in den Entwicklungsabteilungen Verfahren zur ressourceneffizienten Innovation (Eco Design, Life Cycle Assessment) eingeführt. Diese Verfahren helfen, bereits bei der Entwicklung neuer Produkte sicherzustellen, dass die Aspekte der Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz berücksichtigt werden. Neben der Entwicklung muss der gesamte Lebenszyklus eines Produkts betrachtet werden. Von der Auswahl der Rohmaterialien und Lieferanten, der Produktion, dem Einsatz der Produkte beim Kunden bis hin zur Wiederverwertung nach Ablauf der Lebensdauer werden die Auswirkungen neuer Produkte auf die Umwelt analysiert.

Engagements

Clean Water//

2002 gründete GF anlässlich seines 200-jährigen Bestehens die Stiftung Clean Water und stattete sie mit CHF 3,5 Mio. aus. Seither unterstützt GF die Stiftung jährlich mit einem namhaften Beitrag. Bis heute konnte Clean Water 124 Projekte weltweit mit über CHF 8,5 Mio. unterstützen und mehr als 140 000 Menschen zu einer nachhaltig besseren Wasserversorgung verhelfen.

Zum zehnjährigen Jubiläum der Stiftung im Jahr 2012 vereinbarten GF und die Caritas Schweiz eine Zusammenarbeit im Bereich Trinkwasserversorgung. Clean Water stellte dafür einen Beitrag in der Höhe von CHF 1 Mio. zur Verfügung. Damit kann Caritas bis 2015 mindestens 35000 Menschen weltweit einen nachhaltig besseren Zugang zu sauberem Trinkwasser ermöglichen. Im Rahmen der Partnerschaft steht GF Piping Systems der Caritas mit Know-how und Expertise in der Wasseraufbereitung und -verteilung beratend zur Seite. Ziel ist, durch innovative Methoden eine spürbare Verbesserung im Zugang zu trinkbarem Wasser zu schaffen.

2014 hat der Stiftungsrat acht neue Projekte in Ecuador, Kenia, Nicaragua, Tansania (zwei Projekte), Tadschikistan, Somaliland und Bosnien Herzegowina in der Höhe von über CHF 500 000 bewilligt. Die Region Balacici in Bosnien Herzegowina war 2014 von schweren Überschwemmungen betroffen. Mitarbeitende von GF Automotive in Mettmann (Deutschland) haben den Wiederaufbau im Rahmen der Aktion «Deutschland Hilft» mit EUR 5 000 unterstützt. Clean Water stellte zudem CHF 50 000 für den Wiederaufbau eines Wasserreservoirs, das 140 Familien mit Trinkwasser versorgt, zur Verfügung. Die notwendigen geologischen Studien sind erfolgt und die Bauarbeiten beginnen im Frühjahr 2015. Wiederaufbau online mitverfolgen: www.caritasprojectbosnia.wordpress.com

Bis heute konnte Clean Water 124 Projekte weltweit mit über CHF 8,5 Mio. unterstützen und mehr als 140 000 Menschen zu einer nachhaltig besseren Wasserversorgung verhelfen.

Clean Water

Beitrag zum Gemeinwohl //

Gemäss seinen Grundwerten und Leitlinien verpflichtet sich GF, kulturelles, soziales und ökologisches Engagement zu fördern und zum Gemeinwohl beizutragen. Bei vielfältigen Projekten engagieren sich der Konzern und die Konzerngesellschaften im Umfeld ihrer jeweiligen Standorte. 2014 sind dafür auf Konzernebene etwa CHF 2 Mio. aufgewendet worden. Darüber hinaus unterstützen rund 30 Konzerngesellschaften lokale Aktivitäten mit teilweise beachtlichen Beiträgen.

Stakeholder-Dialog //

Führungsverantwortung und eine aktive, offene und zeitgerechte Kommunikation sind untrennbar miteinander verbunden. Und zwar stufengerecht mit internen und externen Anspruchsgruppen. GF nimmt diesen Informations-­ und Kommunikationsauftrag vor allem mit den Stabsstellen Kommunikation und Investor Relations wahr. Der Geschäftsbericht, der Halbjahresbericht und der Nachhaltigkeitsbericht sind die wichtigsten gedruckten Publikationen für die Aktionäre, Investoren und die breite Öffentlichkeit. Wann immer möglich und zulässig, werden die Mitarbeitenden als Erste informiert. Als ein an der SIX Swiss Exchange kotiertes Unternehmen untersteht GF der Ad­-hoc­-Publizitätspflicht. Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz zum Inhalt eines ständigen Dialogs zu machen, liegt auch ganz im Interesse der GF Kunden. Denn für die Berücksichtigung als Lieferant ist heute neben Technik, Qualität und Preis auch der Nachweis einer nachhaltigen Produktion entscheidend. Nachhaltigkeitsaspekte in Zusammenarbeit mit den Lieferanten sind in einem Lieferantenkodex definiert. Im November 2014 wurde GF erneut zum «Daimler Sustainability Dialogue» in Stuttgart (Deutschland) eingeladen, wo Interessensvertreter aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft über das Thema Nachhaltigkeit diskutierten.

Auszeichnungen //

Das klare Bekenntnis von GF zu nachhaltigem Handeln wird regelmässig mit Auszeichnungen honoriert. 2014 wurde GF mit 95 von 100 Punkten zum dritten Mal als Sektorleader der Indexgruppe SMIM im Carbon Disclosure Project (CDP) ausgezeichnet.

Tools und Systeme

Managementsysteme //

Alle Produktionsstandorte von GF müssen nach ISO 9001 (Qualitätsmanagement), ISO 14001 (Umweltmanagement), OHSAS 18001 (Occupational Health and Safety Assessment Series), und gegebenenfalls nach ISO 50001 (Energie Management System) zertifiziert sein. Per 31. Dezember 2014 waren von 51 vorgesehenen Stand­orten 46 zertifiziert, was einer Quote von 90% entspricht. Neu gegründete oder übernommene Produktionsgesellschaften müssen spätestens nach drei Jahren die entsprechende Zertifizierung erlangen.

Reportingsysteme //

Die 1997 begonnene systematische Erhebung der Nachhaltigkeitskennzahlen wird von allen Produktionsgesellschaften und Verkaufsgesellschaften mit mehr als zehn Mitarbeitenden vorgenommen. Darunter fielen im Berichtsjahr 98 Betriebe, die annähernd 100% aller Beschäftigten abdecken. Durch das Sustainability Information System (SIS), das über die Jahre stetig ausgebaut wurde, ist die konzernweite Erfassung und Vergleichbarkeit sichergestellt. Die Nachhaltigkeitskennzahlen dienen der Erfolgskontrolle sowie der Berichterstattung und bilden die Basis für die Formulierung zukünftiger Nachhaltigkeitsziele. Im sozialen Nachhaltigkeitsreporting (z.B. Unfallrate) werden etwa 99% der Mitarbeitenden erfasst. Die Umweltwirkungen des GF Konzerns werden zu etwa 95% festgehalten.

Corporate Compliance //

Die Einhaltung von Gesetzen, internen Richtlinien und des GF Verhaltenskodex ist wesentlicher Bestandteil der Unternehmenskultur. Durch organisatorische Massnahmen, Schulungen sowie In­formation und Beratung wird sichergestellt, dass die Konzerngesellschaften die Gesetze und die im Konzern geltenden geschäftsethischen Grundsätze einhalten. Der Corporate Compliance Officer berichtet jährlich der Konzernleitung und dem Verwaltungsrat über seine Tätigkeit. Die Interne Revision kontrolliert, ob geltende Gesetze, Richtlinien und geschäftsethische Vorgaben eingehalten werden. Auf Wunsch können Mitarbeitende auch anonym Verstösse gegen Gesetze oder Richtlinien an ihre Vorgesetzten, die Interne Revision oder den Compliance Officer melden. In den letzten beiden Jahren wurde diese Möglichkeit des «whistle blowing» allerdings nicht genutzt.

Weitere Informationen zu den zertifizierten GF Produktionsstandorten finden Sie auf Seite 41 des Unternehmenberichts.

Leftnav