GF AgieCharmilles: Automatisierung, Geschwindigkeit und Präzision

27.09.2007 11:30

Am Technology Day 2007 des Georg Fischer Konzerns präsentierte sich GF AgieCharmilles im neuen Kleid – das Resultat der zur Jahresmitte vollzogenen Zusammenführung der Marken Agie, Charmilles und Mikron. Zu sehen waren drei neue Werkzeugmaschinen-Plattformen, mit denen die Unternehmensgruppe ihre Technologieführerschaft im Formen- und Werkzeugbau sowie bei der Produktion hochwertiger Teile behaupten will.

Nur wenige Tage nach Abschluss der weltgrössten Werkzeugmaschinenmesse EMO in Hannover zog Jürg Krebser, Leiter von GF AgieCharmilles, ein positives Fazit: «Wir konnten den Besuchern Innovationen in den Bereichen Elektroerosion sowie Hochgeschwindigkeits- und Hochleistungsfräsen zeigen. Dazu gehörten unter anderem produktivere Maschinen und Automationslösungen, mit umfassenden Serviceangeboten und einem Mehr an Kundenorientierung.» Zum 1. Juli 2007 wurden sämtliche Aktivitäten der bisherigen Marken Agie, Charmilles und Mikron unter einem Dach – GF AgieCharmilles – zusammengefasst. Die bisher weltweit unterschiedlichen Vertriebskanäle wurden integriert und die Maschinen erhalten künftig eine neue, klare Formen- und Designsprache. Dieser Meilenstein wurde mit vielen Produktinnovationen in Szene gesetzt. Am Technology Day 2007 hatten die Teilnehmer Gelegenheit, sich davon ein Bild zu machen. Stellvertretend für die insgesamt dreizehn an der EMO präsentierten Weltneuheiten zeigte die Unternehmensgruppe eine CUT 20 für die Schneiderosion, eine FORM 2000 für die Senkerosion und eine Mikron XSM 400 U für das Ultrahochgeschwindigkeitsfräsen.

Swiss made in China – CUT 20

Die CUT 20/30 produziert die Unternehmensgruppe vollständig in ihrer Fertigungsstätte in Peking, wobei die Hochleistungselektronik aus der Schweiz geliefert wird. «Diese Baureihe ermöglicht unseren Kunden die Herstellung mit hoher Präzision zu erschwinglichen Preisen – und uns die Erschliessung eines zusätzlichen und zukunftsträchtigen Marktsegments», so José Luis Moral, Leiter EDM und verantwortlich für die Werke in der Schweiz und in China. CUT 20 und CUT 30 decken die Nachfrage des Marktes nach erschwinglichen EDM-Drahterosionslösungen. Sie kommen für viele Anwendungen in Frage, zum Beispiel für die Herstellung von Präzisionsteilen und Elektroden. Zudem überzeugt die Maschine durch ihre niedrigen Betriebskosten. Ein wesentliches Merkmal ist auch die intuitive Benutzeroberfläche, die besonders im asiatischen Raum gefragt ist.

Präzision und Oberflächengüte – FORM 2000/3000

Bei der Entwicklung der Baureihe FORM 2000/3000 standen die Anforderungen der Anwender im Mittelpunkt: Die Elektroerosionsmaschine ermöglicht es, extrem genaue, perfekt geformte Geometrien mit einer sehr feinen Oberfläche herzustellen. Erzielt werden Endteilgenauigkeiten von +/- 5 Mikrometern (fünf Tausendstel Millimeter) sowie Innenradien von < 5 Mikrometern. Das setzt in diesem Segment einen neuen Massstab. Kernstück der FORM 2000/3000 ist der Maschinengenerator, der mit modernster Funkenerosionstechnologie ausgerüstet ist.

Ein Alleinstellungsmerkmal der FORM 2000/3000 ist zudem ein in die Maschine integriertes Automationspaket für Elektroden und Werkstücke. Mit dieser modular ausbaubaren Lösung kann die Produktivität wesentlich erhöht werden. Optional bietet die Unternehmensgruppe ihren Kunden zudem zwei Benutzeroberflächen an (HMI).

Ultrahochgeschwindigkeitsfräsen: Neue Maschinenmodelle

«Formen müssen auf wenige Tausendstel Millimeter genau sein und die Prozessgeschwindigkeit – zum Beispiel beim Wechsel der Bearbeitungswerkzeuge – ist für die Wirtschaftlichkeit entscheidend. Deshalb ist die laufende technologische Weiterentwicklung im Hochgeschwindigkeitsfräsen bedeutend», sagt Michael Hauser, Leiter des Geschäftsbereichs Milling bei GF AgieCharmilles. Auf Basis der heutigen HSM / XSM Baureihen haben die Ingenieure zwei neue Maschinenmodelle entwickelt, die durch Genauigkeit und Oberflächengüte überzeugen. Diese Bearbeitungszentren vereinen das gesamte technische Know-how und die umfassende Entwicklungserfahrung von GF AgieCharmilles. Sie sind sowohl für den Werkzeug- und Formenbau als auch für die Mittel- und Kleinserienproduktion hochwertiger Teile bestimmt.

Weniger Vibrationen bedeuten eine längere Lebensdauer der Werkzeuge und eine bessere Oberflächenqualität. Dank der Verwendung von Polymerbeton statt Grauguss für die Basis der Maschine wird eine extreme Steifigkeit und hervorragende Dämpfung der ganzen Anlage erreicht. Das verringert die im Bearbeitungsprozess verursachten Vibrationen und schont die Werkzeuge. Eine Dämpfungseinheit im Schwenkrundtisch verbessert zusätzlich die Bearbeitungsergebnisse. Entwickelt und patentiert wurde sie von der zu GF AgieCharmilles gehörenden Gesellschaft System 3R.

Genauer dank Linearmotor

Die Bewegung der Achsen erfolgt über so genannte Linearmotoren. Ähnlich dem Prinzip der Magnetschwebebahn werden die Arbeitsschlitten, auf denen sich zu bearbeitende Werkstücke oder Werkzeuge befinden, nicht mehr über mechanische Gewindetriebe, sondern berührungslos über Induktivmotorentechnologie angetrieben. Der Vorteil der Linearmotorentechnik liegt vor allem in der erzielbaren Genauigkeit bei Kreisbewegungen und Richtungsänderungen sowie im reduzierten Wärmeverhalten des Systems. Letzteres führt wiederum zu erhöhten Genauigkeiten und Verschleissfreiheit der verwendeten Komponenten.

Werkzeug-Erkennungssystem

Der industrielle Einsatz kann bei den Werkzeugen zu Verschmutzungen oder Verschleiss und damit zu negativen Bearbeitungsergebnissen führen. Mittels Laserstrahl werden deshalb diese Werkzeuge vor Beginn der Bearbeitung in der Maschine vermessen. Allerdings bleibt unerkannt, ob es sich um harmlose Verschmutzung oder gefährlichen Verschleiss handelt. Hier hat GF AgieCharmilles ein völlig neues Erkennungssystem entwickelt, mittels dessen das Werkzeug optisch erfasst und vermessen wird. Aufgrund des Verschmutzungs- oder Verschleissgrads entscheidet das System, ob das Werkzeug automatisch ausgewechselt oder nur gereinigt werden muss und somit in der Maschine belassen werden kann. Der Bearbeitungsprozess wird beherrschbar und die Ergebnisse bezüglich Genauigkeit und Oberflächengüte sind konstant zuverlässig.

Automation @ GF AgieCharmilles – ein globales Thema

Weit über 500 Kunden von GF AgieCharmilles haben in den beiden vergangenen Jahren in die Werkstückautomation investiert. Dieser Trend zur Automation wird sich voraussichtlich fortsetzen. Nordeuropa, Nordamerika und Asien sind die Schwerpunktmärkte. «Während in Nordeuropa geringere Maschinenstundensätze und anteilige Lohnkosten massgeblich sind, hofft man in den sich entwickelnden asiatischen Ländern hauptsächlich auf eine bessere, reproduzierbare Qualität und grössere Stückzahlen», so Michael Hauser. In Nordeuropa und Nordamerika kommt der Wunsch nach höherer Produktivität und reduzierten Stückkosten hinzu. Darüber hinaus spielt der Abbau der Schichtund Wochenendarbeit sowie eine flexible Anpassung an die Auftragslage eine Rolle. Allen Märkten gemeinsam ist die Forderung nach reduzierten Durchlauf- und Lieferzeiten.

Werkstückautomation – individuelle Lösungen

Unabhängig von Markt und Branche sind Automationslösungen individuell. Die Basislösung ist die integrierte Werkstückautomation, die bereits im Rahmen der Entwicklung berücksichtigt und in die mechanische, elektrische und steuerungstechnische Konzeption der Werkzeugmaschine integriert wird.

Sind grössere Flexibilität oder Kapazität gefragt, gewinnen technische und wirtschaftliche Aspekte an Bedeutung. Dabei werden externe Werkstückautomation und GF AgieCharmilles Standardkomponenten kombiniert. Automation @ GF AgieCharmilles bietet Kunden die Möglichkeit, das Gesamtprojekt von der Spezifikation über die Realisierung bis zur Abnahme der Anlage an die Unternehmensgruppe zu übertragen.

Profil von GF AgieCharmilles – Formen für das tägliche Leben

Der Anspruch des Menschen an Produkte bezüglich Funktionalität, Design und Zuverlässigkeit nimmt stetig zu. Häufig sind bei deren Herstellung Präzision und Effizienz entscheidend, um sich im Markt durchzusetzen.

GF AgieCharmilles beherrscht sämtliche Technologien in den Bereichen Elektroerosion, Hochgeschwindigkeits- und Hochleistungsfräsen sowie Automation. Damit unterstützt GF AgieCharmilles die Hersteller moderner Produkte im Formen- und Werkzeugbau sowie in der Fertigung von Präzisionsteilen.

GF AgieCharmilles ist eine Unternehmensgruppe des Georg Fischer Konzerns (Schweiz) und weltweit an 50 Standorten präsent. 3 200 Mitarbeitende erwirtschafteten 2006 einen Umsatz von rund 1,14 Milliarden Schweizer Franken.


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Kontakt

Beat Römer
Leiter Externe Kommunikation
Georg Fischer AG
Amsler-Laffon-Strasse 9
8201 Schaffhausen
Schweiz

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