Georg Fischer mit starkem Wachstum, Gewinn auf Vorjahreshöhe

26.02.2008 07:00

Jahresabschluss 2007 Georg Fischer AG:

Georg Fischer erzielte im Jahr 2007 einen Umsatz von CHF 4,50 Mia. (Vorjahr: CHF 4,05 Mia.). Dies entspricht einem Wachstum von 11 Prozent (Vorjahr: 10%), bereinigt um Währungseinflüsse 8 Prozent. Der Auftragseingang liegt 9 Prozent über Vorjahr. Ein günstiges wirtschaftliches Umfeld trug zum inneren Wachstum bei. Hingegen wurde die Ertragskraft des Konzerns insbesondere durch ein enttäuschendes Ergebnis von GF Automotive beeinträchtigt. Spuren in der Erfolgsrechnung hinterliessen auch die Kosten für die Einführung einer Einmarkenstrategie bei GF AgieCharmilles. Der Betriebserfolg (EBIT) von CHF 326 Mio. liegt praktisch auf Höhe des Rekordergebnisses vom Vorjahr (CHF 327 Mio.). Die EBIT-Marge beträgt 7,2 Prozent (Vorjahr: 8,1%). Das Konzernergebnis 2007 beläuft sich auf CHF 245 Mio. (Vorjahr: CHF 249 Mio.). Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung eine unveränderte Gewinnausschüttung in Form einer Nennwertrückzahlung von CHF 25 pro Aktie.

Geschäftsjahr 2007: Starke Nachfrage, Ertragserwartungen nicht erfüllt

Alle drei Unternehmensgruppen erhöhten ihren Umsatz, am deutlichsten GF Automotive mit 15 Prozent und GF Piping Systems mit 12 Prozent. Die gute Konjunktur in Europa und das starke Wachstum von GF Automotive widerspiegeln sich im Umsatz des Konzerns nach Regionen: Europa trug 79 Prozent (Vorjahr: 76 %), Amerika 8 Prozent (Vorjahr: 9%) und Asien/Australien 13 Prozent (Vorjahr: 15 %) bei. In einem insgesamt positiven Umfeld haben die drei Unternehmensgruppen ihre Marktposition behauptet oder ausgebaut. Hingegen hielt die Ertragsentwicklung nicht in allen Unternehmensgruppen mit dem Umsatzwachstum Schritt. Das Ausmass der Ertragseinbusse und der notwendigen Rückstellungen bei GF Automotive zeigte sich erst im Verlaufe der Vorbereitungen zum Jahresabschluss. Die dadurch notwendig gewordene Ankündigung eines reduzierten Gewinns stellte für unsere Aktionärinnen und Aktionäre und den Markt eine bedauerliche Überraschung dar.

GF Automotive erzielte einen Rekordumsatz von CHF 2,22 Mia., insbesondere dank der extrem hohen Nachfrage im Nutzfahrzeugsektor. Dies entspricht einem Zuwachs von 15 Prozent, bereinigt um Währungseinflüsse 10 Prozent. Die äusserst hohe, finanziell nicht immer optimale Auslastung der Werke im Eisenguss mit Abrufzahlen, die zum Teil weit über den Erwartungen lagen, machte die stets zeitgerechte Belieferung der Kunden zu einer höchst anspruchsvollen Aufgabe. Gleichzeitig stiegen Material- und Energiekosten in beträchtlichem Mass. Diese schwierigen Rahmenbedingungen verursachten Mehrkosten, die bis Ende Jahr 2007 nicht kompensiert werden konnten und das Ergebnis von GF Automotive mit etwa CHF 15 Mio. belasteten.
Der Hauptgrund für die Ergebniseinbusse von GF Automotive sind aber Anlaufprobleme mit neuen Produkten im Werk Herzogenburg (Österreich), die gegen Ende Jahr zu operativen Einbussen führten und die erst im Verlaufe der kommenden Monate behoben sein werden. Deshalb ist es notwendig, in der Konzernrechnung für 2007 entsprechende Rückstellungen in Höhe von CHF 20 Mio. zu bilden. Der EBIT mit CHF 132 Mio. (Vorjahr: CHF 142 Mio.) und die EBIT-Marge mit 5,9 Prozent (Vorjahr: 7,4%) fielen deshalb enttäuschend aus. Die neue Eisengiesserei in Kunshan (China) ist im Bau und wird ihren Betrieb im 2009 aufnehmen.

GF Piping Systems übertraf mit CHF 1,10 Mia. erstmals die Umsatzmilliarde in Schweizer Franken. Bereinigt um die positiven Währungseffekte beträgt das Wachstum 10 Prozent. Besonders ausgeprägt war das Wachstum in einzelnen Schwellenländern, in Europa und in Asien. Die Fokussierung auf interessante Marktsegmente zeigt Wirkung: Die Bereiche Utility und Industry verzeichneten zweistellige Wachstumsraten, auch wenn sich im 2. Semester das Wachstum leicht verlangsamte. Einzelne Märkte entwickeln sich unverändert positiv; dort werden wir unsere Präsenz verstärken. Mit einem EBIT von CHF 126 Mio. (Vorjahr: CHF 109 Mio.), entsprechend einer EBIT-Marge von 11,5 Prozent (Vorjahr: 11,1%) wurde die Ertragskraft nochmals gesteigert, vor allem dank eines sehr guten ersten Semesters 2007.

GF AgieCharmilles hat mit CHF 1,18 Mia. den Umsatz in einem sehr kompetitiven Marktumfeld um 4 Prozent (währungsbereinigt 3%) erhöht. Besonders stark war der europäische Markt, während die Umsätze in Asien und Nordamerika leicht zurückgingen. Das Jahr 2007 stand im Zeichen der Zusammenführung der verschiedenen Marken unter die Marke GF AgieCharmilles. Neben der Vereinheitlichung des Marktauftritts ermöglichte dieser Schritt die Vereinfachung der Vertriebsstrukturen und eine Reduktion der organisatorischen Komplexität. Die damit verbundenen Einmalkosten in Höhe von CHF 10 Mio. und der schwache US-Dollar reduzierten die EBIT-Marge um mehr als einen Prozentpunkt. GF AgieCharmilles wies im 2007 einen EBIT von CHF 76 Mio. (Vorjahr: CHF 91 Mio.) und eine EBIT-Marge von 6,5 Prozent (Vorjahr: 8%) aus.

Finanzkennzahlen: Solide Bilanz und hoher freier Cashflow

Georg Fischer generierte 2007 trotz der deutlich gesteigerten Investitionen in Sachanlagen in der Höhe von CHF 217 Mio. (Vorjahr: CHF 138 Mio.) einen freien Cashflow von CHF 243 Mio. (Vorjahr: CHF 298 Mio.). Die Nettoverschuldung wurde wiederum gesenkt, im Vergleich zum Vorjahr um 19 Prozent auf CHF 264 Mio. Das Eigenkapital nahm um CHF 94 Mio. auf CHF 1,54 Mia. zu; die Eigenkapitalquote beträgt unverändert komfortable 45 Prozent. Auch nach der Akquisition von Central Plastics (USA) zu Beginn des Jahres 2008 bleibt somit der finanzielle Spielraum für den weiteren strategischen Ausbau des Konzerns gewahrt.
Das Konzernergebnis beläuft sich auf CHF 245 Mio. (Vorjahr: CHF 249 Mio.). Dies entspricht einem Gewinn je Aktie von CHF 58 (Vorjahr: CHF 62). Der Gewinn je Aktie ist überproportional gesunken, da die durchschnittlich ausstehende Zahl der Aktien aufgrund der Umwandlung der Wandelanleihe im Herbst 2006 im Berichtsjahr entsprechend höher war. Der Verwaltungsrat beantragt der Generalversammlung eine gegenüber Vorjahr unveränderte Gewinnausschüttung in Form einer Nennwertrückzahlung in der Höhe von CHF 25 je Aktie, entsprechend einer Ausschüttungsquote von 43 Prozent.

Strategie: Akquisitionen als Ergänzung des inneren Wachstums

Der Rekordumsatz von 2007 bestätigt, dass die Strategie eines organischen Wachstums erfolgreich umgesetzt wird. Alle Unternehmensgruppen verzeichnen in attraktiven Segmenten ihrer Märkte Zuwächse, haben ihre internationale Präsenz verstärkt und neue Märkte erschlossen. GF Piping Systems gelang mit der Akquisition von Central Plastics der Einstieg in den bisher nicht zugänglichen amerikanischen Infrastruktur-Markt für Gas- und Wasserversorgung und wird damit sowohl zum amerikanischen wie weltweiten Marktleader auf diesem Gebiet. An einem Technologietag für Investoren und Medienvertreter stellten die drei Unternehmensgruppen ihre Innovationskraft unter Beweis und zeigten das dadurch geschaffene zusätzliche Wachstumspotenzial auf.
Auch 2008 werden wir unsere Kapazitäten in Wachstumsmärkten ausbauen und das Portfolio des Konzerns Schritt für Schritt auch durch Akquisitionen erweitern. Gleichzeitig gilt es, die operative Performance und die Ertragskraft aller Unternehmensgruppen wieder auf Zielkurs zu bringen.
Strategische Entscheide werden bei Georg Fischer auch unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit getroffen. Im Jahr 2007 haben Konzernleitung und Verwaltungsrat die neu gefassten Leitbilder «Personal» und «Soziale Verantwortung» verabschiedet und damit nach den ökonomischen und den ökologischen auch die sozialen Unternehmensgrundsätze verbindlich festgelegt, an denen wir uns messen lassen. Georg Fischer hat zu diesem Zweck in den vergangenen Jahren das interne Sustainability Information System (SIS) laufend ausgebaut. Im 2. Quartal 2008 publizieren wir mit dem Nachhaltigkeitsbericht 2007 den bislang umfangreichsten Bericht des Konzerns zu diesem Thema.

Ausblick 2008

Georg Fischer ist bezüglich der Erschliessung neuer Märkte und der weiteren Entwicklung der reifen Märkte weiterhin gut auf Kurs. Die Chancen für ein weiteres inneres Wachstum sind intakt. Zu Beginn des Jahres 2008 sind die wirtschaftlichen Perspektiven schwer zu beurteilen. Gewisse Anzeichen, die wir ernst nehmen, deuten zumindest auf eine Abflachung der Konjunktur hin, anderseits wachsen wichtige Märkte in Schwellenländern und in Asien unverändert weiter. Diese Chancen wollen wir nutzen und blicken, auch dank einer sehr guten Auftragslage, mit Zuversicht in die Zukunft.
Das allgemeine Börsenumfeld hat 2007 auch den Wert der Georg Fischer Aktie nicht verschont. Die Ende Jahr eingetretenen operativen Probleme bei GF Automotive haben den Kurs zusätzlich gedrückt und einige Investoren verunsichert. Wir werden im Jahr 2008 alles daran setzen, ihr Vertrauen in Georg Fischer wieder zu festigen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wurden im Jahr 2007 in hohem Masse gefordert. Wir danken ihnen für ihr Engagement zum Wohle des Unternehmens. Die Erfolge im Markt zeigen, dass wir unseren Kunden im Wettbewerb Vorteile und Nutzen schaffen. Ihre hohen Ansprüche an unser Unternehmen sind Ansporn für alle Mitarbeitenden und Führungskräfte.


Zurück

Kontakt

Beat Römer
Leiter Externe Kommunikation
Georg Fischer AG
Amsler-Laffon-Strasse 9
8201 Schaffhausen
Schweiz

beat dot roemer #at# georgfischer dot com