Georg Fischer stellt sich auf veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen ein

24.11.2008 07:00

Die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise und der weltweiten Konjunkturabschwächung haben deutliche Spuren in der Automobilindustrie und auch in der Werkzeugmaschinenindustrie hinterlassen. Seit Oktober 2008 ist Georg Fischer in diesen Absatzmärkten mit einem Einbruch der Nachfrage konfrontiert. GF Automotive und GF AgieCharmilles erarbeiten daher Profitabilitäts- und Effizienzsteigerungsprogramme, um die Auswirkungen der wirtschaftlich angespannten Situation abfedern zu können. GF Piping Systems verzeichnet bislang einen guten Geschäftsgang und entwickelt sich entsprechend den Erwartungen. Aus heutiger Sicht rechnet Georg Fischer für 2008 mit einem Jahresumsatz etwa auf dem Niveau des Vorjahres. Georg Fischer wird aufgrund der veränderten Wirtschaftsaussichten bei GF Automotive Abschreibungen von Goodwill und Anlagen (Impairment) vornehmen, welche der Erfolgsrechnung 2008 belastet werden und die EBIT-Marge für 2008 auf rund 3 - 4% reduzieren werden.

Marktumfeld seit Oktober 2008 vollständig verändert

Nach einem Umsatzwachstum von 6% und einer EBIT-Marge von 6,6% für die ersten sechs Monate 2008, ging Georg Fischer im Juli 2008 davon aus, dass sich das Ergebnis in der zweiten Jahreshälfte wiederholen liesse, falls die exogenen Faktoren konstant blieben. In den Monaten Juli bis September 2008 konnte das Unternehmen wie erwartet den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr weiter steigern. Seit Oktober 2008 haben sich aber die Rahmenbedingungen markant verändert; die wirtschaftliche Abkühlung macht sich insbesondere in der Automobilbranche und auch im Werkzeugmaschinenbau bemerkbar. Hinzu kommt seit Mitte September 2008 eine deutliche Abschwächung des Euro gegenüber dem Schweizerfranken. 

GF Automotive erfreute sich bis Ende September 2008 einer anhaltend hohen Nachfrage, sowohl im PKW- als auch im Nutzfahrzeugmarkt. Die Produktionswerke waren über Kapazität ausgelastet. Ab Oktober wurde bei verschiedenen Automobilherstellern die Produktion drastisch reduziert, und Bestellungen für Gussteile wurden revidiert bzw. verzögern sich. Als Folge davon fielen die meisten Produktionswerke von GF Automotive innerhalb von wenigen Wochen von einer deutlichen Überauslastung direkt in eine Unterauslastung. Georg Fischer hat rasch reagiert und das Produktionsvolumen an die veränderten Gegebenheiten angepasst. Zusätzliche Massnahmen zur Effizienzsteigerung sind im Gang, und Georg Fischer unterzieht die Unternehmensgruppe einer detaillierten Standortüberprüfung mit dem Ziel, die Kapazitäten der Nachfrage anzupassen. Aus heutiger Sicht ist noch nicht vorauszusagen, wie lange der Nachfrageeinbruch in der Automobilindustrie anhält.

GF Piping Systems verzeichnet nach wie vor eine hohe Nachfrage und liegt beim Geschäftsgang auf Zielkurs. Der negative Einfluss der Euroschwäche seit Oktober 2008 wird durch die starke Position in Asien und den Schwellenländern gemildert. Die in 2008 erworbenen Gesellschaften Central Plastics (USA), JRG Gunzenhauser (Schweiz) und Alfa Plastics (Kanada) entwickeln sich ebenfalls planmässig und verstärken das Wachstum von GF Piping Systems. Die nachhaltige Weiterentwicklung von GF Piping Systems zu einem grösseren Umsatz- und Ergebnispfeiler innerhalb des Konzerns bleibt ein klares strategisches Ziel von Georg Fischer. 

GF AgieCharmilles verspürt im Umfeld der unsicheren Weltwirtschaft einen deutlichen Rückgang der Investitionsbereitschaft bei ihren Kunden. Die Unternehmensgruppe erarbeitet derzeit ein weltweites Programm zur Steigerung der Effizienz und wird ihre einzelnen Produktionsstätten in der Schweiz in Zukunft jeweils auf eine spezifische Technologie (auf Fräsen, Drahterosion oder Senkerosion) fokussieren. Dadurch werden Produktredundanzen vermieden, und die Organisation wird gestrafft.

Auswirkungen auf das Geschäftsergebnis 2008

Mit dem erfreulichen Umsatzwachstum aus den ersten neun Monaten des laufenden Jahres rechnet Georg Fischer für das Gesamtjahr mit einem Konzernumsatz, der insgesamt auf dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Aufgrund der unsicheren Aussichten, die eine Neubewertung zur Folge haben, berichtigt Georg Fischer Goodwill- und Anlagenwerte (Impairment) bei GF Automotive. Zusammen mit anderen kleineren ausserordentlichen Aufwendungen ergibt sich daraus eine einmalige Belastung des EBIT in der Grössenordnung von CHF 90 Mio. Dem gegenüber stehen ausserordentliche Erträge insbesondere aus dem Verkauf des Bereichs Verkehrstechnik in der Höhe von CHF 40 Mio. Damit beläuft sich die ausserordentliche Belastung der Erfolgsrechnung auf insgesamt rund CHF 50 Mio. Aus heutiger Sicht erwartet Georg Fischer für das Jahr 2008, nach Berücksichtigung dieser ausserordentlichen Effekte, eine EBIT-Marge von rund 3 - 4%. Georg Fischer verfügt unter Berücksichtigung der Nettoverschuldung weiterhin über eine sehr solide Bilanzstruktur mit einem hohen Eigenkapitalanteil von über 40%.

Ausblick

Die Auswirkungen einer verschärften Rezession, wie sie allgemein erwartet wird, dürfte auch Georg Fischer zu spüren bekommen. Da die möglichen realwirtschaftlichen Konsequenzen der weltweiten Finanzkrise zum jetzigen Zeitpunkt nicht abzuschätzen sind, können im Moment keine Prognosen für das Geschäftsjahr 2009 gemacht werden. 

Georg Fischer hält an der Unternehmensstrategie und den langfristigen Zielsetzungen fest. Der Konzern wird seine Präsenz in Asien, Amerika und dem Mittleren Osten weiter ausbauen und in den wichtigen Absatzregionen neue Produktionsstätten errichten. Investitionen in Innovation und in die Effizienz von Anlagen werden vorangetrieben.


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Kontakt

Beat Römer
Leiter Externe Kommunikation
Georg Fischer AG
Amsler-Laffon-Strasse 9
8201 Schaffhausen
Schweiz

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