Halbjahresbericht 2011: Ergebnissprung im ersten Halbjahr

18.07.2011 07:00

Halbjahresbericht per 30. Juni 2011 Georg Fischer AG

Ergebnissprung im ersten Halbjahr

  • Umsatz in Schweizer Franken um 10 Prozent, in Lokalwährungen um 24 Prozent gesteigert
  • EBIT um 78 Prozent auf CHF 130 Mio. erhöht
  • Reingewinn auf CHF 92 Mio. mehr als verdoppelt
  • ROIC steigt auf 14,6 Prozent. Alle Unternehmensgruppen schaffen Wert
  • Syndikatskredit in Höhe von CHF 250 Mio. mit vorteilhaften Konditionen abgeschlossen

Georg Fischer wuchs im ersten Halbjahr 2011 deutlich stärker als die entsprechenden Absatzmärkte. Alle drei Unternehmensgruppen nutzten die sich fortsetzende weltweite wirtschaftliche Erholung und trugen zum zweistelligen Umsatzwachstum bei. 

Der Umsatz des Unternehmens stieg um 10 Prozent auf CHF 1 861 Mio. In lokalen Währungen betrug das Wachstum 24 Prozent. Das Betriebsergebnis (EBIT) verbesserte sich ebenfalls deutlich im ersten Halbjahr 2011 und lag bei CHF 130 Mio., im Vergleich zu CHF 73 Mio. im gleichen Zeitraum 2010. Entsprechend stieg die EBIT-Marge auf 7 Prozent, im ersten Semester 2010 betrug sie noch 4,3 Prozent. Dank des grösseren Geschäftsvolumens, der gleichzeitig verbesserten Kostenbasis und der Preisanpassungen konnten die negativen Währungseffekte weitgehend aufgefangen werden. 

Die Rendite auf das eingesetzte Kapital (ROIC) betrug 14,6 Prozent. Das bringt Georg Fischer bereits in die Nähe des Ziels von 15 Prozent in 2012. Das Konzernergebnis erhöhte sich um 124 Prozent und lag bei CHF 92 Mio.; das Ergebnis je Aktie hat sich mit CHF 21 mehr als verdoppelt. 

Der Freie Cashflow war in der Berichtsperiode mit CHF -54 Mio. negativ. Saisonale Effekte und das hohe Umsatzwachstum führten zu einer starken Zunahme des Umlaufvermögens. Im zweiten Halbjahr wird mit einem deutlich positiven Freien Cashflow gerechnet. 

Die Unternehmensbilanz blieb mit einer kaum veränderten Eigenkapitalquote von 39 Prozent sehr solide und dies trotz Aufwertung des Schweizer Frankens. 

Der Personalbestand stieg um rund 800 auf 13 220 Personen, dies hauptsächlich aufgrund des Ausbaus in Asien. 

Georg Fischer hat Mitte des Jahres einen neuen Syndikatskredit in Höhe von CHF 250 Mio. mit einer Laufzeit von fünf Jahren abgeschlossen. Dieser löst den bestehenden Kredit ab und verbessert damit das Fälligkeitsprofil. Die mittelfristig gesicherte Finanzierung erhöht den Handlungsspielraum zur Umsetzung der Strategie. 



GF Piping Systems
steigerte den Umsatz um 4 Prozent auf CHF 607 Mio. (17 % in lokalen Währungen). Hauptwachstumstreiber war die weltweit stark gestiegene Nachfrage nach Industrieanwendungen. 

In Europa entwickelte sich die Nachfrage unterschiedlich. Die Bereiche Versorgung und Gebäudetechnik setzten in Nordeuropa (einschliesslich Deutschland) erheblich mehr um, während die Verkäufe in Südeuropa erneut stagnierten. 

Gesamthaft verbesserte sich das Betriebsergebnis deutlich auf CHF 80 Mio. (erstes Halbjahr 2010: CHF 65 Mio.), die EBIT-Marge stieg von 11,1 auf 13,2 Prozent. 

GF Piping Systems verfügt über bedeutende Produktionsstätten in Asien und Amerika. Damit ist das Fremdwährungsrisiko gegenüber dem US-Dollar wesentlich abgesichert. Ein grosser Teil der in der Schweiz gefertigten Produkte wird jedoch in die Eurozone exportiert, was zu signifikanten Währungseffekten führt. 

Die im August 2010 in Beijing in Betrieb genommene Fertigungsanlage für Bodenheizungen ist bereits voll ausgelastet. Die Unternehmensgruppe wird in der zweiten Jahreshälfte 2011 in der Nähe von Shanghai ein weiteres Werk eröffnen; damit erhöht sich die Präsenz von GF Piping Systems in China auf elf Produktionsstätten.
 
GF Automotive steigerte den Umsatz um 11 Prozent auf CHF 865 Mio. (26 % in lokalen Währungen). Das Nutzfahrzeuggeschäft erholte sich nach dem starken Rückgang in 2009 weiter. Die Nachfrage seitens der Lkw-Hersteller hat im ersten Halbjahr 2011 spürbar angezogen, wodurch die Eisengiessereien besser ausgelastet waren. Im Pkw-Markt fiel das Wachstum nach dem sprunghaften Anstieg der Verkäufe 2010 in der Berichtsperiode moderater aus. 

Das Betriebsergebnis bei GF Automotive hat sich im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2010 verdoppelt, von CHF 20 Mio. auf CHF 44 Mio. Da sich alle Produktionsstätten der Unternehmensgruppe entweder in der Eurozone oder in China befinden, ist die Unternehmensgruppe der Aufwertung des Schweizer Frankens nicht stark ausgesetzt. 

Gegenüber dem ersten Halbjahr 2010 haben sich die Rohstoffpreise bei Aluminium und Eisenschrott signifikant erhöht, ebenso die anderen Material- (z. B. Koks, seltene Erden) und Energiekosten. Der Mehraufwand konnte weitgehend an die Kunden weitergegeben werden. Dies hat den Umsatz zwar um etwa 8 Prozent erhöht, das Betriebsergebnis jedoch nicht verbessert und letztlich sogar die EBIT-Marge leicht verringert. 

GF AgieCharmilles verzeichnete mit je 19 Prozent den grössten Zuwachs der drei Unternehmensgruppen bei Auftragseingang und Umsatz. In lokalen Währungen fiel die Steigerung mit je 35 Prozent noch höher aus. Der Umsatz im ersten Halbjahr betrug CHF 389 Mio. 

Der Auftragseingang stieg weltweit in allen Regionen. Das hohe Wachstum setzte sich besonders in Asien und in Amerika fort. Auch der europäische Markt war lebhaft, weil sich das Investitionsklima markant verbessert hat. Der Unterschied zwischen Auftragseingang und Umsatz geht auf zwei Faktoren zurück. Zum einen war der Auftragseingang im zweiten Quartal besonders hoch, zum anderen führte das Erdbeben in Japan im März 2011 zu Lieferausfällen bei Schlüsselkomponenten. 

Das Betriebsergebnis verbesserte sich deutlich und liegt nun bei CHF 12 Mio. nach einem Verlust in Höhe von CHF 7 Mio. in der gleichen Vorjahresperiode. Die Währungseinflüsse insbesondere durch den US-Dollar waren signifikant, da sich ein grosser Teil der Produktion zurzeit in der Schweiz befindet. 

Das neue Werk für Fräsmaschinen in Changzhou (China) hat im Februar 2011 erfolgreich den Betrieb aufgenommen und wird die Produktion rasch hochfahren. Zusätzlich wird derzeit ein Teil der Produktion von Standard-EDM-Maschinen für den Weltmarkt von der Schweiz in das Werk in Beijing verlagert. Durch diese Massnahmen lassen sich die Währungseinflüsse weiter reduzieren.

Ausblick 2011

Trotz makroökonomischer und währungsbedingter Herausforderungen ist die Nachfrage in allen drei Unternehmensgruppen von Georg Fischer in den wichtigsten Märkten anhaltend gut. Die Auftragsbücher sind besser gefüllt als noch vor sechs Monaten, dementsprechend gut ist die Auslastung der Werke. 

Die kontinuierliche Aufwertung des Schweizer Frankens hat jedoch einen negativen Einfluss auf Wachstum und Margen, wie sich im ersten Halbjahr bereits gezeigt hat. Es werden alle Anstrengungen unternommen, um die Währungseinflüsse zu minimieren: kurzfristig durch Preisanpassungen sowie durch die Erhöhung der Einkäufe in Euro und US-Dollar, mittelfristig durch den weiteren Ausbau der Produktion in den Hauptabsatzmärkten, um Kursrisiken weiterhin zu reduzieren. 

Die beschränkte Visibilität und die Unsicherheiten an den Devisenmärkten erschweren Prognosen. Eine Stabilisierung der Wechselkurse vorausgesetzt, erwartet das Unternehmen für das zweite Halbjahr 2011 ein Ergebnis in der gleichen Grössenordnung wie in der ersten Jahreshälfte.

Stabilität und Kontinuität als Erfolgsfaktoren

Die internationale Aufstellung und die Präsenz in unterschiedlichen industriellen Geschäftsfeldern sorgen für Stabilität, welche die Kunden von Georg Fischer schätzen. Sie sind häufig ausschlaggebende Faktoren bei der Vergabe von wichtigen Aufträgen. Kundennähe und Geschäftskontinuität sind entscheidend für das Vertrauen der Kunden, wenn es darum geht, langfristige Investitionsentscheidungen zu treffen. 

Der Verwaltungsrat wird sich deshalb weiterhin für die Unabhängigkeit des Unternehmens einsetzen. Er sieht darin die beste Garantie für die Kontinuität und Verlässlichkeit gegenüber den Kunden und für die nachhaltige Wertsteigerung im Interesse aller Aktionäre. 

Der vollständige Halbjahresbericht 2011 und die Präsentation zur Telefonkonferenz stehen am 18. Juli 2011 ab 07:00 Uhr auf unserer Website www.georgfischer.com zur Verfügung.


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Kontakt

Beat Römer
Leiter Externe Kommunikation
Georg Fischer AG
Amsler-Laffon-Strasse 9
8201 Schaffhausen
Schweiz

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