Stefan Krebs

Diagnose nach Gehör?

Die Aushandlung neuer Wissensformen in der Kfz-Diagnose (1950–1980)


Ferrum 86/2014

Die Einführung neuer Testinstrumente stellte in den 1950er-Jahren die etablierten Wissensbestände der Kfz-Diagnose infrage. Handwerkliche Praktiken wie die Diagnose nach Gehör sollten durch objektives, formalisiertes Wissen in der Form neuer Diagnoseinstrumente und -praktiken ersetzt werden. Die Werkstattpraxis erwies sich jedoch als widerständig, sodass sich die neue Gerätediagnose erst ab den 1980er-Jahren langsam durchsetzte. Diese lange Verzögerung resultierte nicht nur aus dem Konflikt um die Bedeutung impliziter und formalisierter Wissensformen, sondern auch aus dem schwierigen Aushandlungsprozess kollektiver Wissensbestände des Kfz-Handwerks.


The introduction of new test instruments in the 1950s challenged the established knowledge base of automobile diagnosis. Practical skills such as diagnostic listening were to be replaced by objective, formalized knowledge in the form of new diagnostic tools and practices. Workshop practices, however, proved to be resistant so that new device diagnostics only slowly began to gain a foothold in the 1980s. This long delay resulted not only from the conflict surrounding the significance of implicit and formalized forms of knowledge but also from the difficult negotiation process of the car mechanics’ collective knowledge.


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