Nachhaltigkeitsbericht 2015

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Weniger Unfälle dank «Null Risiko»

Keine schweren Unfälle! Das ist das erklärte Ziel von GF an sämtlichen Standorten. Dabei ist das Unternehmen auf die Unter­stützung aller Mitarbeitenden angewiesen. Um das Sicherheitsbewusstsein bei der Arbeit zu stärken, hat GF Automotive deshalb die Kampagne «Null Risiko» gestartet. Plakate, Filme und spannende Aktionstage machen auf potenzielle Gefahrenquellen am Arbeitsplatz aufmerksam.

Martin Neubert, Teamleiter in der Kernmacherei Martin Neubert, Teamleiter in der Kernmacherei am Standort Singen (Deutschland), spricht mit seinen Kollegen einmal pro Woche aktiv über Sicherheitsregeln und Gefahrenquellen am Arbeitsplatz.

Auf Gefahren aufmerksam machen //

Wo flüssiges Metall in Form gegossen und schwere Gerätschaften bewegt
werden, ist die Gefahr von Unfällen besonders gross. Als Teamleiter in der Kernmacherei der Giesserei von GF Automotive im süddeutschen Singen weiss Martin Neubert das nur zu gut. «Das Risiko von Verbrennungen oder Quetschungen ist bei uns natürlich schon recht hoch», erklärt er. Deshalb bespricht er regelmässig einmal pro Woche mit seinem Team, wo Gefahren lauern und wie sich Unfälle vermeiden lassen.

Unterstützt wird Neubert dabei seit Oktober 2015 durch die Kampagne «Null Risiko», die mit Plakaten, Videos und spannenden Events an den Produktionsstandorten von GF Automotive auf potenzielle Gefahren am Arbeits­platz aufmerksam macht. Die Aktionen orientieren sich an zentralen Themen, die für die Arbeitssicherheit wichtig sind. Als Erstes stand das Thema Augenverletzungen im Fokus. Dazu gab es in Singen Aktionen, bei denen die Mitarbeitenden durch Spezialbrillen selbst erleben konnten, wie sich verschiedene Augenverletzungen und -erkrankungen auf die Sehkraft auswirken. Darüber hinaus konnten die Mitarbeitenden ein grosses, begeh­bares Modell eines Auges bestaunen, einen Sehtest machen und den Augeninnendruck messen lassen.

«Unsere Veranstaltungen kommen bei den Kolleginnen und Kollegen sehr gut an», erzählt Martin Neubert. Auch die Aktionen zum Thema Handverletzungen wie Geschicklichkeitsübungen mit einem Parkinson-Handschuh, Messungen der Muskelkraft oder Tastübungen in einer Fühlkiste stossen auf reges Interesse. Im Sommer wird es weitere Aktionen zum Thema Stolperfallen am Arbeitsplatz geben. «Es freut mich immer wieder, wenn ich sehe, wie viele Kolleginnen und Kollegen bei den
Aktionen mitmachen», sagt Neubert. Für zusätzliche Motivation sorgt in Singen eine Unfalluhr. Wer als Team 365 Tage unfallfrei bleibt, bekommt zur Belohnung eine kleine Feier spendiert. «Mit dem starken Ansporn, den diese Aktion ausgelöst hat, haben wir nicht gerechnet», so Neubert. Die Mitarbeitenden in den Teams weisen nun verstärkt auf mögliche Gefahrenquellen hin, um Unfälle zu vermeiden. Dass die Aktionen in Singen ein voller Erfolg sind, zeigen auch die Unfallzahlen. 2015 ist die
Unfallrate hier im Vergleich zu den Vorjahren um ganze 59% gesunken.

Zentrales Management und lokale Aktivitäten //

Provozieren, ohne zu schockieren: eines von drei Plakaten, die auf die Gefahren am Arbeitsplatz aufmerksam machenProvozieren, ohne zu schockieren: eines von drei Plakaten, die auf die Gefahren am Arbeitsplatz aufmerksam machen

Die Kampagne «Null Risiko» wurde zeitgleich an allen europä­ischen Produktionsstandorten von GF Automotive gestartet: Neben Singen auch in Mettmann, Werdohl und Leipzig in Deutschland sowie in Altenmarkt und Herzogenburg in Österreich. Die beiden chinesischen Standorte Suzhou und Kunshan sind seit Januar 2016 ebenfalls an der Initiative beteiligt. Damit erreicht «Null Risiko» über 5 000 Mitarbeitende an allen Produktionsstandorten von GF Automotive – und ist weltweit erfolgreich: Im ersten Quartal 2016 gab es in der Division 26% weniger Arbeitsunfälle als im Vergleichsquartal des Vorjahres.

Entwickelt und zentral organisiert wurde die «Null Risi­ko»-Kampagne von einem interdisziplinären Team unter der Führung von Tina Köhler, Leiterin PR und interne Kommunikation von GF Automotive. Neben Kommunikationsexperten waren alle Sicherheitsbeauftragten der Standorte beteiligt. Stark unterstützt wurde die Einführung der Kampagne von der Divisionsleitung um Josef Edbauer sowie von den Standort-Geschäftsführern.

«Der Titel ‹Null Risiko› setzt sich zusammen aus unserer Vision von null Unfällen und dem Aufruf, bei der Arbeit keine Risiken einzugehen», erklärt Tina Köhler. Die unterschiedlichen Themen der Kampagne wurden gemeinsam mit den Fachkräften für Arbeitssicherheit festgelegt. Jedes einzelne Thema steht für zwei bis drei Monate im Mittelpunkt. Auffällige Plakate machen an den Standorten auf das aktuelle Thema aufmerksam. Zur Einführung der Kampagne wurde den Mitarbeitenden zudem ein Film gezeigt, in dem alle Geschäftsführer verdeutlichen, wie wichtig ihnen das Thema Arbeitssicherheit ist.

Die Organisation der einzelnen Aktionen – zum Beispiel das begehbare Auge in Singen – erfolgt individuell an den Standorten. Dort gab es natürlich auch schon vorher Aktionen zum Thema Sicherheit. Aber «Null Risiko» unterstützt die laufenden Aktivitäten, ergänzt sie und gibt ihnen ein einheitliches Motto. Darüber hinaus ist im «Null Risiko»-Team zwischen den Sicherheitsbeauftragten ein reger Austausch über erfolgreiche Aktionen und Ideen entstanden. Im Sommer trifft sich das Team um Tina Köhler erneut. Dann werden die nächsten Themen für «Null Risiko» festgelegt. Eines ist Tina Köhler bei der Kampagne besonders wichtig: «Uns geht es nicht nur um einzelne Aktionen», sagt sie. «Wir wollen die Sicherheitskultur bei GF Automotive dauerhaft verändern.»

Im Rahmen der Kampagne werden spannende Events an allen Standorten von GF Automotive durchgeführt. In Singen konnten Mitarbeitende beispielsweise an Aktionen zum Thema «Hand» teilnehmen.


Interview mit Josef Edbauer, Leiter GF Automotive

Josef Edbauer, Leiter GF AutomotiveInterview mit Josef Edbauer, Leiter GF Automotive

Herr Edbauer, das Thema Arbeitssicherheit hat bei GF seit jeher einen hohen Stellenwert. Was unterscheidet die Kampagne «Null Risiko» von den bisherigen Aktivitäten?


Im Bereich Arbeitssicherheit waren wir immer schon sehr aktiv. Mit «Null Risiko» verfolgen wir aber erstmals einen ganzheitlichen Ansatz. Indem wir Kommunikation, Aktionen und Workshops eng miteinander verbinden, können wir sicherheitsrelevante Themen in konzentrier­ter Form vermitteln. Ein Novum stellt sicherlich auch die Bildsprache der Kampagne dar: Wir wollten Aufmerksamkeit wecken, d.h. provozieren, ohne zu schockieren. Ich denke, das ist uns sehr gut gelungen.

Wie unterstützt die Divisionsleitung von GF Automotive die Kampagne?


Die Divisionsleitung hat die Sicherheitskampagne von Beginn an stark unterstützt. Es war uns wichtig, dass die Mitarbeitenden spüren, dass das Thema höchste Relevanz hat. Mit einem Video-Clip, in dem alle Mitglieder der Divisionsleitung und die Geschäftsführer der Standorte ihr persönliches Statement zur Arbeitssicherheit bei GF abgeben, wollten wir dies unterstreichen.

Wie wird sich die Kampagne weiter entwickeln?


Wir sind sehr stolz auf die überaus erfreuliche Entwicklung der Unfallzahlen. Die Herausforderung wird darin bestehen, dieses ausgezeichnete Niveau zu halten und das Thema dauerhaft im Bewusstsein der Mitarbeitenden zu verankern. Vor diesem Hintergrund arbeiten wir an der Weiterführung der Kampagne; auch Auszeichnungen an den Standorten sind angedacht.


Infobox

Über 1 000 Tage unfallfrei

GF Piping Systems in MalaysiaIm ersten Halbjahr 2016 hat es bei GF Piping Systems in Malaysia noch keinen einzigen Unfall gegeben!


Nicht nur bei GF Automotive, auch bei den beiden anderen Divisionen GF Piping Systems und GF Machining Solutions steht Arbeits­sicherheit ganz oben auf der Agenda. Besonders erfolgreich war im Jahr 2015 die Produktions- und Verkaufsgesellschaft von GF Piping Systems in Malaysia: 1 000 Tage ohne einen einzigen Unfall! Am 29. September 2015 wurde dieses Ereignis von den 42 Mitarbeitenden am Standort ausgiebig gefeiert.

Basis des Erfolgs bilden kontinuierliche Sensibilisie­rung und regelmässige Trainings: Alle Mitarbeitenden des Standorts nahe Kuala Lumpur nehmen monatlich an einem sogenannten «Toolbox Meeting» zum Thema Sicherheit teil. Hier kann jeder Mitarbeitende seine Ideen zur Verbesserung der Arbeits­sicherheit ein­bringen. Zusätzlich gibt es min­destens zweimal jährlich Trainings zur Staplersicherheit, zur ersten Hilfe sowie Feuerlöschübungen. Schnelle Hilfe im Notfall leistet ein Emergency-Response-Team aus 15 Mit­arbeitenden, die für die Brandbekämpfung, für Unfälle mit Chemikalien sowie als Ersthelfer ausgebildet sind. Die präventive Arbeit zahlt sich aus: Im ersten Halbjahr 2016 hat es bei GF Piping Systems in Malaysia noch keinen einzigen Unfall gegeben!

Kontakt

Yulia Bolotina
Head Corporate Sustainability
Georg Fischer AG
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