Verantwortung wahrnehmen

Als international tätiger Industriekonzern steht GF mitten in der Gesellschaft. Darum gilt es, Ökonomie, Ökologie und Soziales in Einklang zu bringen. Entsprechend dieser Verantwortung sind unsere industriellen und gesellschaftlichen Aktivitäten langfristig und nachhaltig ausgerichtet.

Verantwortung tragen

Nachhaltiges Wirtschaften und verantwortungsvolles Handeln werden bei GF grossgeschrieben. Die weltweite Einhaltung von Standards und Kodizes ist für das Unternehmen ebenso selbstverständlich wie die divisions- und länderübergreifende Etablierung von Managementsystemen: Alle Produktionsstandorte sind nach ISO 9001(Qualitätsmanagement), ISO 14001 (Umweltmanagement) sowie OHSAS 18001 (Occupat­ion­al Health and Safety Assessment Series) zertifiziert. Neue Standorte müssen diese Zertifizierungen innerhalb von drei Jahren vorweisen. Energieintensive Produkti­­o­nsstätten werden darüber hinaus auch nach ISO 50001 (Energiemanagement) zertifiziert. Aktuell sind dies acht Standorte.

Als Pionier im Bereich Nachhaltigkeit erfasst und be­wertet GF seit 1997 systematisch seine Umweltkenn­zahlen. Das weltweite Berichtssystem wurde 2005 um Sozialkennzahlen erweitert und zum Sustainability Information System (SIS) ausgebaut. Im Jahr 2015 folgte die Integration des SIS in das Finanzreporting des Unter­nehmens.

Um den hohen Stellenwert von CSR (Corporate Social Responsibility) im Unternehmen zu unterstreichen, wurde GF 2015 Mitglied des UN Global Compacts, dem weltweit grössten Nachhaltigkeitsnetzwerk für Unternehmen und Organisationen.

Nachhaltigkeitsziele

Als internationales, in über 30 Ländern tätiges Unternehmen, ist GF bestrebt, das Thema Nachhaltigkeit in all seinen Gesellschaften zu verankern. Die im Fünf-Jahres-Rhythmus von der Konzernleitung vorgegebenen Ziele bilden zentrale Leitplanken für die Umsetzung der ökonomischen, ökologischen und sozia­len Vorgaben in den Divisionen.

Die Ergebnisse des Zyklus 2011 bis 2015 sowie die Zielsetzungen für die kommende Periode bis 2020 werden umfassend im nächsten ausführlichen Nachhaltigkeits­bericht thematisiert, der Mitte 2016 erscheint. Die Berichterstattung erfolgt jährlich und orientiert sich an den Richtlinien der GRI (Global Reporting Initiative).

Nachhaltigkeitsziele

Die Nachhaltigkeitsziele wurden von der Konzernleitung für einen Zeitraum von fünf Jahren (2011–2015) festgelegt. Die Einhaltung der Ziele wird mit Hilfe eines konzernweiten Reportingsystems überwacht.

Ökonomische Ziele

  • Ziel: 8% EBIT-Marge
    Ergebnis 2015:
     Von 7,2% auf 8,1% in 2015. Die Aufhebung des Mindestkurses von 1,20 Schweizer Franken pro Euro hatte einen negativen Effekt auf Umsatz und EBIT. Das in der Strategie 2011–2015 definierte Ziel einer EBIT-Marge von 8–9% wurde im Berichtsjahr erreicht.
    Status per 31. Dezember 2015: Ziel erreicht
  • Ziel: 16-20% Rendite auf das eingesetzt Kapital (ROIC)
    Ergebnis 2015:
     Die Rendite auf das investierte Kapital (ROIC) von 18,9% in 2015 liegt 1%-Punkt über dem Vorjahreswert (17,9%). Alle drei Divisionen trugen deutlich zu dieser Wertgenerierung bei und erwirtschafteten Renditen, die doppelt so hoch wie die Kapitalkosten (WACC) waren.
    Status per 31. Dezember 2015: Ziel erreicht
  • Ziel: Investitionen in Wachstumsmärkten
    Ergebnis 2015: 
    GF konnte die Präsenz in Asien und Amerika erfolgreich ausbauen. GF Automotive gründete mit dem Bearbeitungsspezialisten Linamar ein Joint Venture; GF Machining Solutions stieg durch ihre strategische Partnerschaft mit EOS ins 3D-Geschäft ein.
    Status per 31. Dezember 2015: Ziel erreicht

Soziale Ziele

  • Ziel: 15% Reduktion der Unfallrate
    Ergebnis 2015: Die Unfallrate konnte 2015 weiter gesenkt werden. Die weltweite Etablierung von Sicherheitsstandards hat ebenso dazu beigetragen wie die Durchführung von gezielten Sensibilisierungskampagnen und Schulungen.
    Status per 31. Dezember 2015: Ziel erreicht
  • Ziel: 10% Reduktion der Absenzenrate
    Ergebnis 2015: Die Absenzenrate bewegte sich 2015 auf demselben Niveau wie in den Vorjahren.
    Status per 31. Dezember 2015: Ziel noch nicht erreicht
  • Ziel: 100% Managementsysteme für Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz einführen
    Ergebnis 2015: Per 31. Dezember 2015 waren alle Produktionsgesellschaften zertifiziert. Neu gegründete oder übernommene Produktionsgesellschaften müssen spätestens nach drei Jahren die OHSAS 18001 Zertifizierung erlangen.
    Status per 31. Dezember 2015: Ziel erreicht

Ökologische Ziele

  • Ziel: 10% Reduktion der Abfallmenge in der  Produktion
    Ergebnis 2015: Die Abfallmengen und Sonderabfälle bewegen sich auf einem vergleichbaren Niveau wie im Vorjahr.
    Status per 31. Dezember 2015: Ziel noch nicht erreicht
  • Ziel: 20% Reduktion der CO2-Emissionen aus der Produktion 
    Ergebnis 2015:
     Durch den Zukauf von Wasserstromzertifikaten konnten die CO2-Emissionen signifikant verringert werden. Die Substitution von Öl durch Erdgas und Strom trug zur Reduktion der CO2-Emissionen bei.
    Status per 31. Dezember 2015: Ziel erreicht
  • Ziel: 10% Steigerung der Energieeffizienz in der Produktion 
    Ergebnis 2015:
     Die Energieeffizienz in der Produktion konnte 2015 weiter erhöht werden. Energieeffiziente Anlagen sowie bedarfsgerechte Steuerung der Maschinen trugen zur Effizienzsteigerung bei.
    Status per 31. Dezember 2015: Ziel erreicht
Soziale Aspekte

Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz

In allen Pro­duktionsgesellschaften haben Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz höchste Priorität. Erklärtes Ziel war es, die Unfallrate bis 2015 konzernweit um 15% zu senken. Um dies zu erreichen, setzte GF auf die weltweite Eta­blierung von Standards sowie die Durchführung von gezielten Sensibilisierungskampagnen und Schulungen. Vor diesem Hintergrund wurden 2015 neu für alle Standorte weltweit verbindliche Sicherheitsstandards definiert und publiziert.

Ausbildung und Nachwuchsentwicklung

Die Lehrlings­ausbildung hat eine lange Tradition bei GF. Das Ausbildungsspektrum ist gross und umfasst verschiedene technische und kaufmännische Berufe. 2015 bot GF ins­gesamt 509 Ausbildungsplätze an, davon 203 in der Schweiz. Auch Diplomarbeiten und Praktika zählen bei GF zu bewährten Einstiegsmöglichkeiten ins Berufsleben. Darüber hinaus unterhält GF Kooperationen mit verschiedenen Universitäten, um gemeinsam Forschungs- und Entwicklungsprojekte für die wichtigsten Märkte durchzuführen.

Führungskräfteentwicklung und Weiterbildung

Bei GF konnten 2015 rund 70% aller offenen Positionen im Senior Management mit internen Kandidaten besetzt werden. Das ist das Ergebnis eines seit Jahren sehr gut etablierten Management-Development-Prozesses.

Ein Schwerpunkt der Führungskräfteentwicklung bei GF bildet die interne Aus- und Weiterbildung. Konzeptioniert und durchgeführt werden die Trainings von der GF Academy, die mit ihrem Angebot einen wesentlichen Beitrag zur Zukunftsfähigkeit des Unternehmens leistet. So konn­ten 2015 rund 200 Führungspersonen aus aller Welt Schulungen im Aus- und Weiterbildungszentrum Klos­tergut Paradies besuchen.

Auf der Grundlage der Programme von Franklin Covey setzte GF zudem konzernweit Initiativen zu Führungs­fragen und Zusammenarbeit um. Die Trainingseinheiten richten sich an alle Mitarbeitende von GF. Die drei Divisionen führen darüber hinaus auch eigenständige Trai­ningsprogramme durch, die sich vor allem auf die operativen Tätigkeiten ihrer Gesellschaften beziehen.

Löhne und Sozialleistungen

2015 erarbeitete GF eine Nettowertschöpfung von CHF 1,21 Mia. Rund 77% dieser Summe wurde in Form von Gehältern an die Mitarbeitenden ausbezahlt. GF bezahlt seine Mitarbeitenden auf der Basis eines mo­dernen und transparenten Lohnsystems – fair und ohne Diskriminierung. Wo sinnvoll, setzt das Unternehmen auch erfolgsabhängige, variable Komponenten ein und lässt die Mitarbeitenden am Geschäftserfolg teilhaben.

Herausragende Leistungen von Einzelnen und Teams werden an­erkannt und zusätzlich honoriert – zum Beispiel durch die jährliche Verleihung der firmeneigenen Gold-Awards.

Stakeholder-Dialog

GF pflegt einen intensiven Dialog mit externen und internen Stakeholdern. Ob Mitarbeitende, Kunden, Lieferanten, Vertreter von Hochschulen und Forschungseinrichtungen, Analysten, Journalisten oder Repräsentanten von NGOs – GF unterhält einen regel­mässigen Austausch mit den verschiedensten An-spruchsgruppen.

Dabei setzt das Unternehmen auf eine aktive, offene und zeitgerechte Kommunikation – und zwar stufengerecht mit Hinblick auf die Bedürfnisse interner und externer Stakeholder. Neben dem Jahresbericht, Halbjahresbe­richt und Nachhaltigkeitsbericht gehören regelmässige Unternehmensmitteilungen und Veranstaltungen wie Messen, Fach-tagungen und Konferenzen zu den wichtigsten Kom­munikationskanälen bei GF. Darüber hinaus besitzt das Unternehmen auch eine starke Online-Präsenz und ist in den sozialen Netzwerken aktiv. Im Bereich interner Kommunikation verstärkte sich GF 2015 durch die weltweite Einführung eines neuen Intranets für alle Mitarbeitende.

Ökologische Aspekte

Emissionsreduktion

Zu den ökologischen Herausforderungen der Zukunft zählen der Klimawandel, die End­lichkeit fossiler Rohstoffe sowie der stetig steigende
Energiebedarf. Gerade als weltweit tätiger Industrie-
konzern mit Produktionsstätten in den Emerging Markets kann GF einen wichtigen Beitrag in diesem Bereich leisten. Des­halb wurde in der Vergangenheit das Ziel formuliert, die Treibhausgas-Emissionen aus der Produktion bis 2015 um 20% zu senken. Wurden 2013 gesamthaft noch 713 000 Tonnen CO2 ausgestossen, waren es 2014 nur noch 594 000 Tonnen. Erreicht werden konnte dies unter anderem durch den Einsatz neuer umweltschonender Technologien, aber auch durch die Förderung von nachhaltigen Energieprojekten, sowie dem Einsatz von CO2-neutraler Wasserkraft.

Energieeffizienz

Der Verbrauch von Energie stellt neben den Emissionen die grösste Umweltbelastung dar. GF hatte sich in der Vergangenheit deshalb das Ziel gesetzt, die Energieeffizienz weltweit an allen Produktionsstandorten um 10% zu steigern. Konkret sollen alle Divisionen mit ihren Produkten, Prozessen und Lösungen dazu beitragen, den Energieverbrauch systematisch zu senken. Detaillierte Informationen dazu werden im Nachhaltigkeitsbericht 2015 publiziert.

Ressourceneffizienz

Neben Energie werden auch andere wichtige Rohstoffe knapp. Vor diesem Hintergrund besitzen Verfahren zu ressourceneffizienten Innovationen (Bionic Design, Eco Design, Life Cycle Assessment etc.) einen hohen Stellenwert bei GF. Dadurch wird bereits bei der Entwicklung neuer Produkte sichergestellt, dass die Aspekte Nachhaltigkeit und Ressourceneffizienz berücksichtigt werden. Im Blick bleibt dabei immer der gesamte Lebenszyklus eines Produkts: von der Auswahl der ­Rohmaterialien und Lieferanten über die Produktion und den Einsatz des Produkts beim Kunden bis hin zur Wiederverwertung nach Ablauf der Lebensdauer des Produkts.

Um Ressourcen nachhaltig zu schonen, liegt bei GF zudem ein klarer Fokus auf der Reduktion der Abfallmenge in der Produktion. Dabei spielt der sparsame Einsatz von Rohstoffen eine ebenso grosse Rolle wie die konsequente Rezyklierung von Industrieabfällen. So trägt zum Beispiel GF Automotive dazu bei, dass jährlich rund 500 000 Tonnen Rezyklat in den Metallkreislauf einfliessen. Ausführliche Informationen zu den ökologischen Zielen, Aktivitäten und Kennzahlen bei GF werden im Nachhaltigkeitsbericht 2015 veröffentlicht.

Engagements

Beitrag zum Gemeinwohl 

Getreu seiner Grundwerte för­dert und unterstützt GF im Umfeld der jeweiligen Kon­zernstandorte gesellschaftliche und kulturelle Engagements und Aktivitäten, die zum Gemeinwohl beitragen. 2015 sind dafür auf Konzernebene rund CHF 2 Mio. aufgewendet worden. Darüber hinaus unterstützen etwa 30 Konzerngesellschaften lokale Aktivitäten mit teilweise beachtlichen Beiträgen.

Stiftungen

Die bedeutendsten Beiträge gingen 2015 an die drei konzerneigenen Stiftungen Klostergut Paradies, Eisenbibliothek und Clean Water.

Die Stiftung Klostergut Paradies mit dem ehemaligen Klarissen­kloster als Kulturdenkmal beherbergt nicht nur bedeutende Sammlungen, sondern dient auch als Ausbildungs­zentrum des Konzerns. Die Stiftung Eisenbibliothek besitzt die grösste private Sammlung an Büchern zum Thema Eisen und ist, zusammen mit dem Konzernarchiv, das Kompetenzzentrum zur Pflege des historischen und kulturellen Erbes des Unternehmens.

Im Rahmen seiner Stiftung Clean Water unterstützt GF seit 2002 Trinkwasserprojekte in aller Welt. Insgesamt hat das Unternehmen bis heute knapp CHF 9 Mio. inves­tiert und damit mehr als 250 000 Menschen eine nachhaltig bessere Versorgung mit Trinkwasser ermöglicht.

Ende 2015 erneuerte GF die seit 2012 bestehende Zusammenarbeit mit Caritas Schweiz um weitere vier Jahre und stellte der Hilfsorganisation für die Realisie­rung von Trinkwasserprojekten erneut CHF 1 Mio. zur Verfügung. Im Rahmen dieser Partnerschaft bietet GF auch Know-how und technische Expertise an.

Clean Water

Auszeichnungen und Rankings

Auch 2015 erhielt GF wieder zahlreiche Auszeichnungen und wurde von führenden Agenturen positiv bewertet. So konnte sich das Unter-
nehmen im Rahmen des Ratings der renommierten Oekom Research AG um eine Stufe auf C+ verbessern und gilt damit erstmals als Prime Investment.

Dass GF im Bereich Nachhaltigkeit auf dem richtigen Weg ist, zeigte auch die gute Positionierung im jährlichen Klima­schutzranking des Carbon Disclosure Projects (CDP).

GF erhält 2015 die Auszeichnung als Sektorleader im Bereich Industrie und rangiert damit unter den besten zehn In­dustrieunternehmen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Darüber hinaus nahm die unabhängige belgische Agentur Ethibel GF erneut in ihren Ethibel Sustainability Index (ESI) Excellence Europe auf.

Ein professionell geführter Stakeholder-Dialog besitzt bei GF einen hohen Stellenwert. Dies zeigt sich unter anderem an der hochstehenden Qualität des internen Magazins «Globe», das 2015 zum zweiten Mal in Folge zum besten Mitarbeitermagazin der Schweiz gekürt wurde. Oder an dem ausgezeichneten Abschneiden von GF bei der Best-Recruiter-Studie, in der GF in der Schweiz den ersten Platz in der Kategorie Industrie und den zehnten Platz unter den 500 grössten Arbeitgebern des Landes belegt.

Weitere Auszeichnungen: GF Automotive gewinnt beim Newcast Award 2015 und erhält mit einer Konsole für die Fahrerhauslagerung eines Lkw den ersten Preis in der Kategorie «Beste Substitution eines anderen Fertigungsverfahrens». Darüber hinaus wird GF Automotive zum dritten Mal in Folge mit dem Design Award der International Magnesium Association in der Kategorie «Guss-Bauteil-Design» ausgezeichnet. Gewinnerin ist die Sitzlehne aus Magnesium-Druckguss für den Mercedes SLK. Doch nicht nur die Produkte von GF Automotive überzeugen, sondern auch die Prozesse. So wurde GF Automotive 2015 zum ersten Mal mit dem ABB-Nachhaltigkeitsaward für Zulieferer geehrt.

GF Machining Solutions erhielt 2015 im Rahmen der wichtigsten Maschinenbaumesse Asiens, der CIMT, gleich zwei Preise: Zum einen wurde die Gesellschaft in Peking als eines der Top-30-Maschinenbauunternehmen ausgezeichnet, zum anderen holte die Hochgeschwindigkeitsfräsmaschine Mikron HEM 700U einen Preis als eines der 20 innovativsten Produkte.

Verteilung der Nettowertschöpfung 2015 (in %)

(100% = CHF 1,21 Mia.)

Mitarbeitende 2015 geografisch (in %)

(100% = 14 424)