Maggi nutzt Abwärme von GF Automotive – 11 000 Tonnen weniger CO2

22.01.2009 17:00

Bundesumweltminister Sigmar Gabriel würdigt vorbildliches Nachbarschaftsprojekt

Singen / Deutschland, 22. Januar 2009 – Das Maggi-Werk in Singen erzeugt mit der Abwärme des Kupolofens von GF Automotive Sattdampf für ihre Produktionsanlagen. So bleiben der Umwelt mehr als 11’000 Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr erspart. Im Beisein von zahlreichen Gästen aus Politik und Wirtschaft nahm Bundesumweltminister Sigmar Gabriel die Anlage am 22. Januar 2009 offiziell in Betrieb.

Georg Fischer erhält für die gelieferte Wärmemenge eine Vergütung, das Lebensmittelwerk der Nestlé Deutschland AG kann damit bis zu zwei Drittel seines Erdgasbedarfs kompensieren. Die Investitionen in Höhe von 3,5 (bei Georg Fischer) und 1,5 Millionen Euro (bei Maggi) werden sich schon in wenigen Jahren amortisiert haben – und die Umwelt ist von bis zu 11 000 Tonnen Kohlendioxid pro Jahr entlastet. Zudem unterstützt das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit in Berlin dieses Pilotprojekt mit einem 20-prozentigen Investitionskostenzuschuss. 

Die Abwärme zieht Georg Fischer aus dem Abgassystem des Kupolofens. Mit einem so genannten Rekuperator (Wärmetauscher) nutzt das Unternehmen schon seit Jahren einen gewissen Teil der Abwärme des Ofens für betriebsinterne Prozesse: etwa zur Gebäudeheizung und Warmwasserbereitung. 

Der von Georg Fischer in 2008 erneuerte Rekuperator ist um das 2,5-fache effizienter als der Vorgänger. Die zusätzlich dem Abgas entzogene Wärmeenergie wird in einem Thermoöl gespeichert, das über ein etwa 400 Meter langes Rohrleitungssystem in das etwa 200 Meter entfernte Kesselhaus von Maggi gepumpt wird. Der Nachbar nutzt das etwa 280 Grad Celsius heisse Thermoöl, um mit Hilfe eines weiteren Wärmetauschers lebensmittelechten Dampf zu erzeugen. Dieser Dampf wird zur Sterilisation von Nassfertiggerichten wie z.B. Ravioli, für Trocknungsprozesse bei der Herstellung von Trockensuppen und Saucen sowie für thermische Prozesse bei der Würzeproduktion genutzt. 

Der Lebensmittelhersteller geht davon aus, mit den bis zu 50 000 Megawattstunden Prozesswärme pro Jahr künftig etwa zwei Drittel des Erdgases zu ersetzen, das bisher zur Erzeugung von lebensmittelechtem Dampf verfeuert wird. Weitere Vorteile sind die verringerte Abhängigkeit von den Gaspreisen und eine gestiegene Versorgungssicherheit. Beide Unternehmen verzeichnen ausserdem einen erheblichen Imagegewinn. Und Georg Fischer hat mit der Installation des neuen Rekuperators gleich auch noch den Betrieb des Kupolofens optimiert. 

Die Georg Fischer Automobilguss GmbH produziert im Werk Singen mit mehr als 1200 Mitarbeitern jährlich etwa 200 000 Tonnen Gussteile für die Automobilindustrie. Davon etwa 60 Prozent für Lkw (zum Beispiel Bremssättel und Sattelkupplungen) und 40 Prozent für Pkw (Sicherheits-Fahrwerksteile wie Querlenker und Radträger). 

Das Maggi-Werk Singen der Nestlé Deutschland AG produziert mit mehr als 900 Mitarbeitern etwa 88 000 Tonnen Lebensmittel pro Jahr. Die Produktpalette reicht von der berühmten Würze über Ravioli, Eintöpfe und Suppen in Dosen bis hin zu Trockensuppen und -saucen.


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Kontakt

Beat Römer
Leiter Externe Kommunikation
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